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Phnom Penh

Im Vergleich zu vielen anderen Hauptstädten Südost-Asiens nimmt sich Phnom Penh eher bescheiden, dafür aber gemütlicher und symphatischer aus. Das Straßenbild hatte sich gegenüber unserem ersten Besuch jedoch schon gewandelt. Die Fahrradfahrer auf den breiten Boulevard-Hauptstraßen sind schon in eine Minderheit gerückt. Kleine Motorräder und zunehmend mehr und mehr Pkw bestimmen nun das Straßenbild.

Moped-Taxis sind nur noch selten anzutreffen. Bei unserem ersten Besuch war das noch eine praktische Sache: um schnell innerhalb der Stadt vorwärts zu kommen winkte man einem der vielen Mopedfahrer zu und für kleines Geld brachte er einen zu verschiedenen Stellen innerhalb der Stadt.

Eigentlich hatten wir vor, uns kleine Honda-Mopeds zu mieten, um die Stadt und die Umgebung zu erkunden. Im Reiseführer stand jedoch, dass man auf dem Monivong auch 250er Geländemaschinen leihen kann. Vom Hotel Capitol waren es nur ein paar Schritte bis zum Motorradverleih. Für nur 6 US-Dollar am Tag konnten wir uns Honda-Enduros mieten.

Wir überlegten, ob man mit diesen Gefährten auch wohl bis Angkor kommen könnte. Die Reifen waren zwar nicht mehr die besten, aber insgesamt schienen die Motorräder noch ganz ok zu sein.

Wir beschlossen, uns die Kisten erst mal für einen Tag auszuleihen, um zu testen, ob wir sie auch für größere Touren in Betracht ziehen könnten.

Den Tag über kurvten wir kreuz und quer durch die ganze Stadt, natürlich auch mit entsprechenden Stops an den "typischen" Touristenzielen: Wat Phnom, Silberpagode, Nationalmuseum und natürlich das Tuol Sleng Museum.

Wohl jeder Phnom Penh-Besucher wird dieses Museum besuchen. Es stellt somit schon fast eine der "Attraktionen" dar, wie die anderen "Highlights" der Stadt auch - wenn da nicht der Umstand wäre, dass hier tausende von Menschen bestialisch gefoltert und anschließend umgebracht wurden.

Kambodscha ist noch immer mit der "mystischen" Aura umgeben, dass es lange Zeit aufgrund des Terrors der Roten Khmer nicht zugänglich war. Hier am Tuol Sleng Museum wird man mit den sichtbaren Einrichtungen des Terror-Systems konfrontiert. Ich weiß nicht, wie es den anderen Besuchern ergeht, hier müssen unsagbare Verbrechen begangen worden sein, so unsagbar, dass ich paradoxer Weise nicht im entferntesten eine Vorstellung davon gewinnen konnte, obschon die Verbrechen, die hier statt gefunden haben, sehr gut dokumentiert sind.

Es wird mittlerweile ein Eintrittsgeld genommen. Drei Jahre zuvor hatte man "nur" eine Spende erwartet. Wenn das Geld, wie es offiziell heißt, für den Erhalt des Museums verwendet wird, dann ist es gut investiertes Geld.

Am Eingang warten auch zahlreiche Beinamputierte auf die Touristen, die wohl nicht zufällig darauf hoffen, dass die Touristen sehr betroffen von hier weggehen und vielleicht eher zu einer Spende bereit sind. Kambodscha ist materiell nunmal ein sehr armes Land und für Minenopfer ist es bestimmt kein einfaches Leben hier.


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