Choeung Ek
Die Killing Fields wurden durch den gleichnamigen
Film weltberühmt. Diejenigen, die man im Tuol Sleng gefoltert hatte, wurden hierher
gebracht und ermordet. Das Feld der Toten liegt einige Kilometer außerhalb der Stadt.
Da wir auf unserem ersten Trip mit zwei Mopedtaxis dorthin gefahren sind, kannten wir den
Weg noch halbwegs. Man folgt dem Monireth Boulevard und fährt in südwestlicher Richtung
aus der Stadt heraus und folgt der Hauptstraße. Entgegenkommende Touristen in Taxis oder
auf Mopeds signalisieren einem, dass man noch auf dem richtigen Weg ist. Nach ein paar
Kilometern kann man auf der linken Seite das Mahnmal erkennen, das den Opfern errichtet
wurde und in dem die Schädel und die Gebeine von rd. 8.000 ermordeten Menschen aufbewahrt
werden.
Auch hier wird mittlerweile statt einer Spende ein
Eintrittsgeld genommen. Auf dem Areal kann man sich frei bewegen. Es besteht aus einer
"grünen Wiese", in der in regelmäßigen Anordnungen Kuhlen ausgehoben wurden.
Hier fand man die Überreste der tausenden von Menschen, die man hier umgebracht hatte.
Und so makaber es klingt: als Terrorregime ohne Hemmungen wurden "natürlich"
auch Kleinkinder und Babys nicht verschont. Im Gegenteil, diese zu töten hatte den
Schergen des Regimes nach Berichten besonderen "Spaß" gemacht.
In den Gruben werden auch regelmäßig nach den Regengüssen noch immer Knochen und
Textilien heraus gewaschen. Für den Besucher verdeutlicht es noch mehr, dass das, was
hier geschah, keine Fiktion ist. Man steht vor den Massengräbern und kann sich dennoch
kein Bild davon machen, was sich hier zugetragen haben muß.
In dem Mausoleum werden die Schädel und weitere Knochen
in verschiedenen Etagen aufbewahrt. Sie sind nach Geschlecht und Alter sortiert. Hinter
jedem Schädel steht ein Mensch, der nach unsäglicher Folter im Lager S21 hierher
verfrachtet und erschlagen wurde. Allein, sich das wirklich real vorstellen zu können,
fällt schwer.
Wie das Tuol Sleng Museum ist dies kein Ort, der irgendwie in "Urlaubsspaß" in
Verbindung gebracht werden kann. Ziemlich nachdenklich verläßt man diesen Ort. Begreifen
kann man es nicht. |