Marokko - Tour Oktober 2003
 
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Ankunft Agadir


Eigentlich klappte es zu Anfang ganz gut: der LTU-Flieger landete, wie immer bei Charterflügen wurde eifrig applaudiert und die Kiste fuhr die letzten Meter bis zur Parkposition.

Wie bei Pauschalfliegern üblich erheben sich auch sofort alle auf einmal, kaum das die Kiste steht. Es scheint wohl doch ein „geheimes“ Kommando zu geben, denn es erheben sich immer auf allen Charterflügen alle auf einmal. Habe bisher jedoch noch nicht herausfinden können, wie man das Kommando erkennen kann. Egal, wir bleiben erst mal sitzen und sehen zu, wie sich die Leute gegenseitig im Weg stehen und alle gleichzeitig versuchen, ihr Handgepäck aus den Ablagen zu ziehen. Dann passiert einige Minuten nichts, da alle dichtgedrängt im Gang stehen und darauf warten, dass sich die Türen öffnen. Mit Befriedigung kann man mit zunehmender Dauer bereits zahlreichen Gesichtern entnehmen, dass die erste Urlaubsfreude aufgrund des nervigen Gedrängels und Schupsens schon etwas gelitten hat. Dann öffnen sich doch schließlich die Türen und in kleinen Trippelschrittchen bewegt sich die Masse Richtung Ausgang.

Nachdem das größte Gedränge den Weg nach draußen gefunden hat, schnappen wir auch unsere Klamotten und gehen raus. Es geht eine Treppe runter und rüber zum Bus, der wartet, bis keiner mehr reinpasst. Es geht sage und schreibe 50 Meter bis zum Terminal, dann öffnen sich die Türen wieder und man kommt in die „Empfangshalle“ hinein. Dort hatten sich vor den zahlreichen Schaltern schon lange Schlangen gebildet. Ok, das kennt man ja auch von anderen Flughäfen.

Hier in diesen erhabenen Hallen bekommt man also den Stempel in den Pass gedrückt. Was sich so einfach anhört, ist verwaltungstechnisch wahrscheinlich doch ein hochkomplexer und somit zeitintensiver Vorgang. Vermutlich hat die deutsche Verwaltung Amtshilfe bei der Einführung des Systems geleistet: wir haben eine Stunde in der Schlange gestanden!

Nachdem wir dann endlich durch die Kontrolle durch waren haben wir unser Gepäck eingesammelt. Als Rucksackreisender bekommt man normalerweise immer zuletzt sein Gepäck – scheint ein ungeschriebenes Gesetz aller Airlines zu sein erst alle Koffer und Pakete auszuladen bevor die Rucksäcke dran sind. Da wir aber lange genug mit der Passabfertigung zu tun hatten, zogen unsere Ruckies wohl schon einige Zeit ihre Bahnen auf dem Laufband und wir konnten sie direkt in Empfang nehmen. Der Ausflug in den Duty-free-Laden fiel aus (geschlossen), also machten wir uns auf den Weg zum Ausgang. In Erwartung einer auf Touris wartenden Schlepperansammlung gingen wir durch den Zollbereich und waren überrascht: kein einziger, der uns ein Hotel, Taxi, Ausflug oder schon die ersten Souvenirs (alles schon erlebt) vermitteln oder verkaufen wollte, ließ sich blicken. Ist mir vorher noch nie passiert und von daher war ich erst mal baff. Scheinbar kommen zu wenig Rucksackreisende hier an, die nicht vom Neckermann-Bus nebst Reiseleitung erwartet werden. Vielleicht haben auch die Behörden durchgegriffen, wer weiß?

Zunächst mal Geld wechseln. Im Internet hatte ich tags zuvor noch einen Blick auf die aktuellen Kurse geworfen (www.oanda.de). Die Wechselstuben in der Vorhalle des Terminals boten auch die „amtlichen“ Kurse, ohne Kommission oder ähnliches zu nehmen. Sie nahmen allerdings ausschließlich nur Bargeld an, keine Reisecheques. Davon stand mal wieder nichts im Reiseführer, zum Glück hatten wir aber noch einiges in bar dabei. Wir gingen anschließend hinaus und sind knapp 500 Meter die Straße entlang bis zur Kreuzung zur Hauptstraße gelaufen, an der sich laut unseres Reiseführers die Bushaltestelle befinden sollte.

Es gibt nur eine Straße, die zum Flughafengebäude führt bzw. von dort ausgeht. Insofern kann man sich nicht verlaufen. Kinder begleiten einen und bieten an, den Weg zu zeigen. Sie hoffen natürlich darauf, dass man für ihre Dienste etwas springen läßt. Es warteten bereits einige Leute auf den Bus, insofern war die Bushaltestelle auch nicht zu verfehlen. Ein Schild oder ähnliches gibt es allerdings nicht. Während wir so warteten kamen noch einige Taxis vorbei, die uns zu überhöhten Preisen (400 statt 150 Dirham) gerne mitgenommen hätten. Da angeblich alle 20 Minuten ein Bus vorbeikommen sollte, verzichteten wir dankend auf ihre Angebote. Es dauerte jedoch noch 45 Minuten, bis ein Bus vorbei kam. Na ja, gut, es war ein Blechhaufen, der noch fahren konnte. Nicht schnell, aber besser schlecht gefahren als gut gelaufen.

Wir wollten zunächst bis Inezgane und von dort weiter nach Essaouira fahren. Für die paar Kilometer bis zum zentralen Busbahnhof brauchte der Bus wieder 45 Minuten, ok, dafür kostete er ja auch nur 3 Dh., also umgerechnet knapp 60 Cent, die während der Fahrt eingesammelt wurden. Wer will da schon meckern? Am Busbahnhof hatten wir Glück: wir erwischten sofort einen Bus, der gleich losfahren würde. Ein kurzer Sichtcheck: die Karosse schien noch stabil, Profil war auch auf den Reifen drauf, noch 5 Dh pro Rucksack gezahlt, dann ging es auch schon los. Allerdings nicht sehr weit: der Bus fuhr doch noch erst nach Agadir rein und dort kreuz und quer zu zwei Stationen, bei denen noch einige Leute zustiegen. Eigentlich sollte es ja anders laufen: die Busse fahren von Agadir nach Inezgane und von dort weiter zum Zielort. Tja, soviel zur Theorie. Nach eineinhalb Stunden ließen wir die Stadt endlich hinter uns. Unterwegs wurde noch eine halbe Stunde Pause eingelegt, endlich, knapp 5 Stunden nach Abfahrt, erreichten wir Essaouira. Von dort bis zum Flughafen Agadir sind es ja auch immerhin 150 Km ...