„Hello my friend …“ -
Schlepper, Guides, etc. sind doch die besten Freunde
Um es vorweg zu nehmen: wir hatten weitaus schlimmeres befürchtet.
Diejenigen, die schon einige „Abenteuertouren“ gemacht haben können es
nachempfinden: man kommt aus dem Bus/Zug raus und wird von einem
„Empfangskomitee“ erwartet: ein Duzend Leute, zumeist Männer, stürzen
sich auf Dich und alle rufen Dir gleichzeitig die typischen
fragmentarischen Sätze zu: „Hotel, Hotel, billig, billig!“. Einige
versuchen schon, Deinen Rucksack zu nehmen, die Leute in den hinteren
Reihen versuchen sich vorzukämpfen, damit Du die gleichlautenden Phrasen
auch nochmals von Ihnen zu hören bekommst, … - es herrscht schon ein
stückweit Chaos.
An den touristischen „Treffpunkten“ wird man laufend angelabert.
„Haschisch, Haschisch?!“. Hört sich je nach Aussprache bald an wie
„Hatschi“ und wir brachten regelmäßig den Spruch „Gesundheit! Da gibt’s
doch auch was von Ratiopharm!“. Der "Gag" wurde aber von den meisten
„Anbietern“ nicht verstanden..., na ja, wir hatten jedenfalls unseren
Spass dabei!
Nachdem man das Angebot dankend abgelehnt hat, stellt man fest, dass die
Angebotspalette noch weiter geht: „You want girls?“ – „No thank you, I
don´t like girls!“. War natürlich die falsche Antwort denn prompt
bekommt man die nächste Frage gestellt: „You want boys?“ – „No thank
you. Don´t like boys either“. So zieht sich der Fragenkatalog weiter,
bis der „Verkäufer“ aufgibt oder man eine „Notbremse“ zieht: ein
schallender Ruf in die Umgebung „No, I don´t want drugs!“ sorgt bei
einer „belebten“ Umgebung z.B. in Fußgängerzonen oder touristischen
Einrichtungen prompt dafür, dass der ungebetene „Freund“ schnell das
Weite sucht.
Hartnäckige „Guides“ bei Medinaspaziergängen oder Marktbesuchen, die
sich partout nicht abschütteln lassen, sind auch gang und gäbe. Wir
haben festgestellt, dass wenn die „üblichen“ Methoden nicht greifen,
folgende Taktik manchmal funktioniert: erzähl Ihnen, dass Dir Marokko
überhaupt nicht gefällt, ganz und gar nicht und das es in Ägypten viel,
viel schöner war, weshalb Du den nächsten Urlaub gerne wieder am Roten
Meer verbringen möchtest! Es hat uns zumindest auf dem Markt in Rissani
geholfen, dass unser „Begleiter“ beleidigt abzog und nicht weiter wie
eine Klette an uns hing, um uns bei diversen Ständen „hilfreich“ zu
erklären, dass die Bananenstauden vor einem auch wirklich Bananen sind…
Insgesamt haben sich die Schlepper, Verkäufer, Guides, etc.
zurückgehalten. Klar, man wird in den touristischen Orten angequatscht,
teils recht hartnäckig, teils weniger. Das sind aber die „typischen“
Begleiterscheinungen bei „Individualtouristen“, die man einfach ertragen
bzw. abwimmeln muss. Habe in anderen Ländern schon deutlich heftigeres
erlebt als in Marokko!
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