Ksar
Ghilane
Am nächsten Tag brachen wir auf, Richtung Ksar Ghilane.
An der Ausfallstraße Richtung Matmata (wie auch an der Straße nach Kebili) gab es eine
Tankstelle mit bleifreiem Sprit. Diesmal füllte ich auch den 5L-Reservekanister auf, da
wir davon ausgingen, dass wir vor Tataouine kein Bleifrei mehr bekommen würden. Auf der
Asphaltstraße ging es zunächst Richtung Matmata. Beim Cafe Sahara bogen wir rechts ab,
um die Abkürzung zur Pipelinepiste zu nehmen. Nach ein paar kurzen Sandstellen wartete
dann nur noch grober Schotter auf uns. Für die Reifen war diese Strecke überhaupt nicht
gut und insgeheim befürchtete ich, dass es irgendwann mal Peng sagen würde und ich dann
mit einem Platten da stände. Es ging aber soweit ohne Panne durch die Gegend, bis wir die
Pipelinepiste erreichten. Dort, bei der Einmündung, riß bei Gunter der Kupplungszug. Zum
Glück hatte er jedoch einen zur Reserve mit, den er in einer kurzen "OP"
einbaute. Kaum 2 Kilometer weiter hat es dann allerdings seinen Vorderreifen erwischt:
Platten. Also, Vorderrad ausgebaut, den Mantel abgezogen und den Schlauch inspiziert. Wir
stellten fest, dass sich zwei nebeneinander liegende Löcher im Schlauch befanden. Also,
Reserveschlauch raus und eingebaut.
Unterwegs nach Ksar
Ghilane
Video 1
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Weiter ging es auf der doch arg steinigen Piste. Kurz vor Bir Soltane mischten sich dann
die ersten Sandstücke in die Fahrbahn. Diese waren jedoch noch gut zu bewältigen. Kurze
Pause in Soltane. Da nicht viel los war, fuhren wir nach einer kurzen Pause weiter. Die
Sandstücke wurden nun zahlreicher. Diese waren dann auch noch länger und tiefer und man
mußte höllisch aufpassen, da man ja wegen des Schotters mit vollem Reifendruck fuhr. Bei
einem Sandstück hat es dann Marcus erwischt. Er stürzte in einem der letzten
Sandstücke, zum Glück war Ihm soweit nichts passiert, Das Bike war auch halbwegs
unversehrt geblieben, nur die Blinkerhalterungen waren eingerissen. Sichtlich genervt und
frustriert fuhr er dann weiter. Die Blinker konnten wir in der Oase aber mit
Gewebeklebeband wieder soweit fixieren, so dass sie den Rest der Tunesientour noch
durchhielten.
Die letzten 17 Kilometer nach der Kreuzung ging es über Asphalt nach Ghilane. Dort
quartierten wir uns auf dem Campingplatz gegenüber dem Brunnen ein. 23 TD pro Nase
zahlten wir für eines der "Beduinenzelte", Frühstück und Abendessen. Gunter
wollte sich die Campinggebühr sparen und baute sein Zelt in den Dünen vor der Oase auf.
Er mußte für das Abendessen 10 TD zahlen. Für das, was man auf die Gabel bekam, war das
nicht gerade ein "Schnäppchenpreis". Auf dem Zeltplatz trafen wir die beiden
BMW-Fahrer wieder, die wir auf der Fähre kennen gelernt hatten. Sie berichteten uns von
einem weiteren Brunnen in rd. 17 Km Entfernung Richtung Süden, an dem ein neuer
Campingplatz entstehen würde (N324981, E0093791). Wir selbst sind allerdings nicht bis
dorthin gekommen und somit kann ich nicht viel mehr darüber berichten.
Am nächsten Morgen erst mal gut gefrühstückt, anschließend war abhängen im
"Planschbecken" angesagt. Der Brunnen ist von Bars mit Sitzgelegenheiten umgeben
und man kann es sich somit recht gut gehen lassen. Erst nachmittags sind wir zu einer Tour
zum Fort aufgebrochen. Da wir im Dünenfahren alles andere als fit sind, entschlossen wir
uns, erst mal die Piste zu nehmen und nicht querfeldein zu fahren. Aber auch die Piste
hatte es nach kurzer Zeit in sich: dicker, tiefer Sand läßt mal mal wieder so etwas wie
"Saharafieber" aufkommen und es machte Spaß, da durch zu jagen. Das Fort selber
ist wenig spektakular, bietet aber aufgrund der erhöhten Lage eine gute Rundumsicht.
Wir fuhren noch einige Kilometer die Piste entlang, hinter einer Bergkuppe war jedoch
absehbar, dass auf Kilometer hinaus nichts "spektakuläres" zu erwarten war. Wir
beschlossen deshalb umzukehren, um uns noch einmal auf der Sandpiste auszutoben. Das
machte soviel Spass, dass wir noch ein paar Mal hin und zurück gefahren sind und dabei
das Röhren des Motors und den hochgewirbelten Sand genossen. Na ja, natürlich nur soweit
wir dabei nicht wieder einen Abgang machten. Gunter hat es einmal noch
"zerrissen", ist aber soweit nichts passiert. Ich wunderte mich nur, dass ich
mich auf der Kiste ohne Abgang gehalten hatte (auch wenn es ein paar Mal ein bischen knapp
war ...). Tja, Glück gehabt.
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In Ghilane trennten sich Gunters und unsere Wege. Marcus und ich brachen Richtung Tatouine
auf. Auf der Pipelinepiste hatte es mich dann wieder erwischt: in einem Sandstück fing
das Vorderrad an zu schlackern an, ich verlor die Kontrolle und schwups, lag ich auch
schon da. Außer ein paar Kratzern auf der Plastikabdeckung meiner Kiste und einem
lockeren Spiegel hatte aber nichts Schaden genommen. Also, noch ein paar Mal laut geflucht
und dann weiter gefahren. Mit dem GPS-Gerät fanden wir die Abzweigung nach Tatouine und
folgten ihr. Erst allmählich wurde der Pistenzustand besser und die Fahrt ein bischen
flotter. Die nächsten Abbiegungen waren mit Hinweisschildern gut zu finden. Die Gegend
wurde dann von den Formen und Farben her ansprechender und wir hielten einige Male an, um
ein paar Fotos zu machen. Bei Guermessa erreichten wir dann die Asphaltstraße und fuhren
auf ihr nach Tataouine, das wir nach gut 100 Km ab Ghilane erreichten. Zunächst mußten
wir tanken. Dabei stellte ich fest, dass wir auf den Reservekanister auch hätten
verzichten können. Die BMW erwies sich einmal mehr als ein sehr sparsames Bike. Wir
entschlossen uns dann in Tatouine zu bleiben und uns dort ein Hotel zu suchen, obschon der
Ort selber nicht gerade als "schön" zu bezeichnen ist. Er ist aber ideal als
Ausgangspunkt für verschiedene Touren, die wir in den nächsten Tagen unternommen
wollten.
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