Tunesien - Tour April/Mai 2004

www.rettet-klaus.de 

Zurück zu den Reiseberichten


..Tunesien - Startseite

..Intro
 

..Anfahrt
 
..Sbeitla
 
..Douz
 
..Ghilane
 
..Tataouine
 
..Matmata
 
..Tozeur
 
..El Kef
 
..Tabarka
 
..Infos


..

 

Ksar Ghilane


Am nächsten Tag brachen wir auf, Richtung Ksar Ghilane. An der Ausfallstraße Richtung Matmata (wie auch an der Straße nach Kebili) gab es eine Tankstelle mit bleifreiem Sprit. Diesmal füllte ich auch den 5L-Reservekanister auf, da wir davon ausgingen, dass wir vor Tataouine kein Bleifrei mehr bekommen würden. Auf der Asphaltstraße ging es zunächst Richtung Matmata. Beim Cafe Sahara bogen wir rechts ab, um die Abkürzung zur Pipelinepiste zu nehmen. Nach ein paar kurzen Sandstellen wartete dann nur noch grober Schotter auf uns. Für die Reifen war diese Strecke überhaupt nicht gut und insgeheim befürchtete ich, dass es irgendwann mal Peng sagen würde und ich dann mit einem Platten da stände. Es ging aber soweit ohne Panne durch die Gegend, bis wir die Pipelinepiste erreichten. Dort, bei der Einmündung, riß bei Gunter der Kupplungszug. Zum Glück hatte er jedoch einen zur Reserve mit, den er in einer kurzen "OP" einbaute. Kaum 2 Kilometer weiter hat es dann allerdings seinen Vorderreifen erwischt: Platten. Also, Vorderrad ausgebaut, den Mantel abgezogen und den Schlauch inspiziert. Wir stellten fest, dass sich zwei nebeneinander liegende Löcher im Schlauch befanden. Also, Reserveschlauch raus und eingebaut.

Unterwegs nach Ksar Ghilane

Video 1

(Zum Abspielen DSL oder ähnlich schnelles erforderlich, Videos kodiert mit MS Media 7, 320*240, 384 Kbit/s)


Weiter ging es auf der doch arg steinigen Piste. Kurz vor Bir Soltane mischten sich dann die ersten Sandstücke in die Fahrbahn. Diese waren jedoch noch gut zu bewältigen. Kurze Pause in Soltane. Da nicht viel los war, fuhren wir nach einer kurzen Pause weiter. Die Sandstücke wurden nun zahlreicher. Diese waren dann auch noch länger und tiefer und man mußte höllisch aufpassen, da man ja wegen des Schotters mit vollem Reifendruck fuhr. Bei einem Sandstück hat es dann Marcus erwischt. Er stürzte in einem der letzten Sandstücke, zum Glück war Ihm soweit nichts passiert, Das Bike war auch halbwegs unversehrt geblieben, nur die Blinkerhalterungen waren eingerissen. Sichtlich genervt und frustriert fuhr er dann weiter. Die Blinker konnten wir in der Oase aber mit Gewebeklebeband wieder soweit fixieren, so dass sie den Rest der Tunesientour noch durchhielten.

Die letzten 17 Kilometer nach der Kreuzung ging es über Asphalt nach Ghilane. Dort quartierten wir uns auf dem Campingplatz gegenüber dem Brunnen ein. 23 TD pro Nase zahlten wir für eines der "Beduinenzelte", Frühstück und Abendessen. Gunter wollte sich die Campinggebühr sparen und baute sein Zelt in den Dünen vor der Oase auf. Er mußte für das Abendessen 10 TD zahlen. Für das, was man auf die Gabel bekam, war das nicht gerade ein "Schnäppchenpreis". Auf dem Zeltplatz trafen wir die beiden BMW-Fahrer wieder, die wir auf der Fähre kennen gelernt hatten. Sie berichteten uns von einem weiteren Brunnen in rd. 17 Km Entfernung Richtung Süden, an dem ein neuer Campingplatz entstehen würde (N324981, E0093791). Wir selbst sind allerdings nicht bis dorthin gekommen und somit kann ich nicht viel mehr darüber berichten.


Am nächsten Morgen erst mal gut gefrühstückt, anschließend war abhängen im "Planschbecken" angesagt. Der Brunnen ist von Bars mit Sitzgelegenheiten umgeben und man kann es sich somit recht gut gehen lassen. Erst nachmittags sind wir zu einer Tour zum Fort aufgebrochen. Da wir im Dünenfahren alles andere als fit sind, entschlossen wir uns, erst mal die Piste zu nehmen und nicht querfeldein zu fahren. Aber auch die Piste hatte es nach kurzer Zeit in sich: dicker, tiefer Sand läßt mal mal wieder so etwas wie "Saharafieber" aufkommen und es machte Spaß, da durch zu jagen. Das Fort selber ist wenig spektakular, bietet aber aufgrund der erhöhten Lage eine gute Rundumsicht.

Fahrspaß bei Ghilane

Video 1           Video 2           Video 3

Video 4           Video 5

(Zum Abspielen DSL oder ähnlich schnelles erforderlich, Videos kodiert mit MS Media 7, 320*240, 384 Kbit/s)


Wir fuhren noch einige Kilometer die Piste entlang, hinter einer Bergkuppe war jedoch absehbar, dass auf Kilometer hinaus nichts "spektakuläres" zu erwarten war. Wir beschlossen deshalb umzukehren, um uns noch einmal auf der Sandpiste auszutoben. Das machte soviel Spass, dass wir noch ein paar Mal hin und zurück gefahren sind und dabei das Röhren des Motors und den hochgewirbelten Sand genossen. Na ja, natürlich nur soweit wir dabei nicht wieder einen Abgang machten. Gunter hat es einmal noch "zerrissen", ist aber soweit nichts passiert. Ich wunderte mich nur, dass ich mich auf der Kiste ohne Abgang gehalten hatte (auch wenn es ein paar Mal ein bischen knapp war ...). Tja, Glück gehabt.

.


In Ghilane trennten sich Gunters und unsere Wege. Marcus und ich brachen Richtung Tatouine auf. Auf der Pipelinepiste hatte es mich dann wieder erwischt: in einem Sandstück fing das Vorderrad an zu schlackern an, ich verlor die Kontrolle und schwups, lag ich auch schon da. Außer ein paar Kratzern auf der Plastikabdeckung meiner Kiste und einem lockeren Spiegel hatte aber nichts Schaden genommen. Also, noch ein paar Mal laut geflucht und dann weiter gefahren. Mit dem GPS-Gerät fanden wir die Abzweigung nach Tatouine und folgten ihr. Erst allmählich wurde der Pistenzustand besser und die Fahrt ein bischen flotter. Die nächsten Abbiegungen waren mit Hinweisschildern gut zu finden. Die Gegend wurde dann von den Formen und Farben her ansprechender und wir hielten einige Male an, um ein paar Fotos zu machen. Bei Guermessa erreichten wir dann die Asphaltstraße und fuhren auf ihr nach Tataouine, das wir nach gut 100 Km ab Ghilane erreichten. Zunächst mußten wir tanken. Dabei stellte ich fest, dass wir auf den Reservekanister auch hätten verzichten können. Die BMW erwies sich einmal mehr als ein sehr sparsames Bike. Wir entschlossen uns dann in Tatouine zu bleiben und uns dort ein Hotel zu suchen, obschon der Ort selber nicht gerade als "schön" zu bezeichnen ist. Er ist aber ideal als Ausgangspunkt für verschiedene Touren, die wir in den nächsten Tagen unternommen wollten.




 

nächste Seite