Matmata
Bei der Suche nach einem Hotel hatten wir uns zunächst
das Sidi Driss angesehen, fanden es aber nicht überzeugend. Da war das Marhala
interessanter. Die Zimmer sind zwar winzig klein, architektonisch hat es aber
"Pfiff". Es kostete uns 22 TD incl. Frühstück. Leider gibt es nur ein
gemeinschaftliches Bad und das lag auch noch in der anderen Ecke des Hotels. War insofern
also "umständlich", jedesmal dorthin zu laufen. Die Mopeds mußten über Nacht
vor dem Eingang abgestellt werden. Angeblich gibt es auch einen Nachtwächter, der auf die
Fahrzeuge aufpasst. Hatte aber meine Zweifel, ob der dort auch wirklich immer permanent
nach dem rechten sah.
Wir fuhren am nächsten Tag zunächst nach Matmata Nouvelle um bleifreien Sprit zu tanken.
Von dort aus ging es Richtung Küste nach Mareth. Wir fuhren weiter bis zum Meer, das an
dieser Stelle jedoch wenig zum Verweilen einlädt. Also ging es zurück in die Stadt. Nun
ja, Mareth selbst ist auch keine "Perle" und den Besuch des Militärmuseums
hätte man sich getrost sparen können. Wir fuhren also über kleinere Asphaltstraßen
wieder zurück Richtung Berge und kamen nach Toujane. Was im Reiseführer noch als
"imposant gelegenes Berberdorf" beschrieben wurde, fand ich selbst nicht sooo
"prickelnd". Wir fuhren einmal durch, fanden aber auf Anhieb nichts
interessantes, wofür wir unbedingt hätten anhalten müssen. Wir fuhren deswegen noch ein
Stück weiter aus dem Dorf heraus und an einer Einbuchtung der Straße machten wir erstmal
Siesta. Wir hatten in Mareth noch was zu essen und zu trinken eingekauft und darüber
machten wir uns jetzt mit Blick auf die Ebene her. Anschließend suchten wir den Einstieg
zu der "Panoramastraße", die wir fast nicht gefunden hatten, da die Straße
gerade erneuert wurde und die Baufahrzeuge jede Menge Staub aufwirbelten. Wir fanden sie
dann doch und fuhren auf der neu gemachten Schotterpiste entlang der Abbruchkante, von der
man aus einen tollen Blick über die Landschaft hat. Die neue Strecke ist ganz gut zu
befahren, in den Kurven muß man natürlich entsprechend aufpassen. Ein
"Offroadfeeling" kam bei der neuen Straße natürlich nicht mehr auf.
Nachdem wir wieder in Matmata eingetrudelt waren, haben wir erst mal im Cafe gegenüber
der Moschee einen Kaffee eingeworfen. Anschließend sind wir nach Tamezret und Taoujout
aufgebrochen. Beide Orte fanden wir aber eher langweilig und unfotogen. Also machten wir
uns auf die Suche nach dem Ort Beni Metir. Wir fanden dann auf dem Weg zurück Richtung
Matmata auch das, was man mit etwas Wohlwollen auch einen Ort nennen könnte. Da es
allerdings kein Schild oder ähnliches gab, weiss ich nicht, ob es auch wirklich der Ort
war. Bis zur Moschee kann man einen Hügel hochklettern und von dort aus in einige der
umliegenden Höhlen reinschauen.
Vom Ausblick sollte man sich aber nicht allzuviel erwarten. Also insgesamt fand ich
Matmata und die Orte drumherum nicht allzu prickelnd. Nun, sei´s drum. Wir wollten
weiter, Richtung Tozeur. Und um nicht nur wieder die ganze Zeit auf Asphalt
"rumzukratzen", entschlossen wir uns, einen Umweg zu fahren. Statt die Straße
quer durch den Schott zu nehmen, wollten wir die im Reiseführer als "P11"
eingetragene Piste nördlich des Schott nehmen. So fuhren wir zunächst über die
Hauptstraße nach Douz und anschließend nach Kebili. Hinter Kebili machten wir im Schott
eine kurze Pause. Da die Salzkruste einen ziemlich trockenen Eindruck machte, entschloß
ich mich spontan, einige Runden dort zu drehen. Nun ja, sooo trocken war es denn nun doch
nicht. Während ich ein paar Kreise zog, merkte ich beim schon, dass es unter der ersten
Schicht ziemlich feucht und somit rutschig wurde. Ich konnte mich aber noch im Sattel
halten. Marcus, der dann auch noch ein paar Runden drehen wollte, hatte ein bischen
weniger Glück: in einer seiner Kurven glitt ihm das Hinterrad langsam aber sicher weg. Er
konnte das Ausscheren des Hinterrades nicht abfangen und landete auf dem Boden. Ihm war
zum Glück nichts passiert, nur der Hebel seiner Fussbremse hatte sich ein wenig verbogen
und der "Bodenschlick" saß in jeder Ritze seines Mopeds und seiner Klamotten.
Er hatte sich ziemlich ob seines Fahrfehlers geärgert und war ziemlich lange mit fluchen
beschäftigt.
Den Einstieg zur P11 fanden wir mühelos. Zunächst war die Piste auch noch sehr einfach
zu befahren. Später mischeten sich immer mehr Stellen hinzu, bei denen man auf Split traf
und teilweise ganz schön ins Trudeln kam. Ging aber soweit alles bis auf eine Notbremsung
ganz gut. Verschiedene Autospuren gingen immer wieder mal von der Hauptpiste ab, wir
folgten jedoch immer derjenigen Spur, die über die meisten Reifenabdrücke verfügte.
Nach rd. 35 Km bogen die Spuren dann allesamt nach links Richtung Süden ab. Auf der
weiter nach Osten führenden Piste war nicht eine Reifenspur zu erkennen. Wir folgten
deshalb der offensichtlichen "Hauptroute" nach Süden. Nach einigen Kilometern
kam mir dann aber schon der Gedanke, dass wir hier falsch wären. Von der Richtung her
ging es nicht nach Tozeur, sondern eher nach Kebili. De Piste erreichte dann das Schott,
war aber gut zu befahren und es hat Spass gemacht, dort durchzubracken. Nach 14 Kilometern
stoppten wir aber, da sich die Richtung nicht änderte und wir immer weiter in das Schott
hineinkamen. Da wir jedoch nach Tozeur wollten, fuhren wir zurück und fanden bei N3401802
E00848501 wieder den Einstieg in die P11. Nach den Splitstellen wurde es nun sandiger. Die
Strecke zog sich dann kilometerweit entlang des Absicherungszaunes des
Naturschutzgebietes. Zwischendurch immer wieder Sandstellen, bei denen wir aufpassen
mußten, da wir mit Gepäck und vollem Luftdruck unterwegs waren. Schließlich trafen wir
wieder die Asphaltstraße nach Tozeur. Ein Blick auf die Uhr machte uns klar, dass uns
dieser "kleine" Umweg einiges an Zeit gekostet hatte und wir erst gegen Abend
Tozeur erreichten. Wir hatten uns vorher schon in unserem Reiseführer das Warda
Residenzia als Übernachtungsziel ausgesucht, das Hotel fanden wir auch auf Anhieb (DZ 25
TD incl. Frühstück, Mopeds konnten wir im hinteren Flur abstellen).
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