Tozeur
Tozeur ist ein "Touri-Kaff". In keinem anderen
tunesischen Ort habe ich mehr Souvenirläden gesehen. Die Händler sprechen Touristen zwar
gerne an, sind aber ansonsten nicht sehr aufdringlich oder hartnäckig. Gegessen haben wir
im Restaurant Republica (preiswert und gut!). Zum Abschluss des Tages konnten wir noch ein
paar Flaschen Bier im Hotel Oasis (2 TD + 0,5 Pfand) besorgen, die wir dann im Innenhof
unseres Hotels leer gemacht haben.
Wir wollten uns am nächsten Tag die Gegend nördlich von Tozeur ansehen. Erstes Ziel war
dabei die Seldjaschlucht. Nach einer eher langweiligen Asphaltfahrt gelangten wir
zunächst bis kurz vor Metlaoui. Von dort führte eine Straße noch ein paar Kilometer bis
zu den Bergen. An der Pumpstation, an der wir heraus kamen, trafen wir dann auf den
"selbsternannten" Parkwächter, vor dem schon im Reiseführer gewarnt wurde. Er
will 3 TD pro Bike Parkgebühr, faselte die ganze Zeit etwas von der "großen
Verantwortung", die er hätte und deshalb auch den hohen Preis rechtfertigen würde
und wollte uns auf schon recht penetrante Art Kaffee und ein paar Stücke Kuchen andrehen
(natürlich ohne vorher den Preis zu nennen).
Wir entschlossen uns, auf seine "Dienste" zu verzichten und auf dem Hauptweg den
Fluss zu kreuzen um anschließend rechts Richtung Durchbruch einzubiegen. Es war zwar
eigentlich nicht erlaubt, das entsprechende Verbotsschild an der Piste konnte uns
allerdings nicht aufhalten. Wir fuhren also soweit es ging. Und gingen zu Fuss noch ein
Stückchen in die Schlucht rein. Ok, es war wirklich nur ein Stückchen, irgendwie hatten
wir heute keine Lust auf Wanderung. Wir blieben noch einen Moment, tranken etwas Wasser,
rauchten eine Zigarette und fuhren anschließend weiter. In Metlaoui bogen links Richtung
Tamerza ab. Die Gegend sah ob der industriellen Nutzung zunächst nicht besonders toll
aus, hinter Moulares wurde es jedoch wieder ansprechender. Den nächsten Halt legten wir
aber erst wieder in Tamerza ein. Von dem Hotel an der Hauptstraße hat man einen guten
Blick über die Altstadt. Ein kleiner Weg führt von dort hinunter und wir fuhren mit den
Mopeds noch ein wenig duch die Palmengärten (ziemlich sandig). Wir fuhren dann in den Ort
rein und besorgten erstmal Wassernachschub. Von Tamerza aus ging es dann weiter nach
Midet. Sehr schön gelegen, muss man sagen. Aber auch hier war uns nicht nach Spaziergang
zumute. Die Felsenschlucht "erkundeten" wir nur von oben ...
Wir fuhren dann wieder Richtung Tozeur, hielten noch einmal kurz am Wasserfall und an der
Aussichtsplattform an, von der aus man einen schönen Blick Richtung Schott hat. So, genug
gesehen für heute, es ging wieder zurück nach Tozeur.
Die nächste Station auf unserer Tour sollte El Kef sein. Von Tozeur aus nahmen wir die
Hauptstraße Richtung Norden. Die Fahrt war jetzt nicht so "schrecklich
aufregend". Unterwegs hat man eigentlich keine Sehenswürdigkeit, weshalb man
unbedingt anhalten müßte. Auffällig ist nur, dass es zunehmend grün wird. Teilweise
kommt es einem vor, als sei man auf einer deutschen Landstraße unterwegs. Die Hügel sind
grün, es wird Weizen angebaut und die ersten Kuhwiesen finden sich links und rechts der
Fahrbahn.
Das man nicht zuhause ist, bemerkt man aber spätestens daran, dass die Weizenfelder
gesäumt sind von blauen Korn- und roten Mohnblumen. Es fiel mir direkt auf, da ich dieses
bunte Bild nur noch von meinen Kindertagen her kenne. Mittlerweile sorgt der "Chemo-
und Biofortschritt" hierzulande dafür, dass außer dem Korn keine andere Pflanze
mehr eine Chance hat ...
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